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Die Dynamik a) a) die Aufnahmen der RAI von Ricci b) Ein Amateurfilm, der den Moment des ersten Wurfes des Feuerlöschers gegen den Defender zeigt d) Aufnahmen des TG5 von Via Caffa Betrachten wir, was man daraus zu ziehen ist. a) Der gesamte Angriff dauert ca. 27'', eine wirklich kurze Zeit, zu kurz um zu glauben, dass er den Ordnungskräften in dem Moment, als der erste Schuß fällt, ernsthaft schaden konnte. b)Der Jeep wird seitlich von zwei Individuen, die einen Balken und eine Eisenstange in den Händen halten, angegriffen, während auf der Rückseite nur einige mit Steinen bewaffnete Demonstranten zu sehen sind. Niemand tut etwas gegen die seitlichen Angreifer, die ungestört fortfahren.
c) c) Ein Fuß mit Soldatenstiefeln kommt zwei Mal aus dem hinteren Fenster des Jeep, fast in jede Richtung tretend, und zeigt sich, auf den Reservereifen gestützt, noch öfters auf der linken Seite. Im seinem Verhör hat Placanica ausgesagt, dass Demonstranten versucht hätten, ihn am Fuß zu packen und aus dem Jeep zu ziehen: Dies ist falsch, denn die Filmaufnahmen zeigen, daß kein einziger Demonstrant sich dem Fahrzeug näherte, um den Fuß, der aus dem Fenster kommt zu berühren. d) d) In einigen von Riccis Videoaufnahmen sieht man einen seltsamen weißen Blitz, wie wenn eine Spraywolke aus dem Defender kommt. Haben die Karabinieri Spray benutzt, um den ersten Angriff der Demonstranten zurückzutreiben? Wenn es so ist, warum haben sie dann, nachdem das Gas die Nächsten abgedrängt hat, die Waffen gezogen? e) Ein Demonstrant in hellblauem Regencape und gelben Helm hebt einen Feuerlöscher auf, der sich neben dem linken hinteren Reifen des Jeep befindet und schmeißt ihn gegen das Fenster. Der Feuerlöscher wird aus nächster Nähe längst geworfen. Diese Entfernung ist bei weitem geringer als die, aus der Carlo versuchen wird, ihn zu werfen. Auch aufgrund des kleinen Fensters kommt er nicht in den Wagen hinein. Tatsächlich zeigen die Filmaufnahmen, daß der Feuerlöscher gegen die Karosserie des Jeep schlägt und, vielleicht auch vom Fuß des Soldaten aufgehalten, auf dem Ersatzreifen landet, um dann auf dem Boden davonzurollen. Dies möglicherweise mit Hilfe eines Fußtritts des Stiefels, der sich hier dann ins Innere des Defender zurückzieht. Diesbezüglich ist ein für allemal mit Klarheit zu sagen, dass immer noch die These existiert, nach dem der Feuerlöscher aus dem Jeepinneren geworfen worden sein soll. Sie hält sich auch in ausführlichen und seriösen Analysen, wie z. B. der des Innenministeriums. Tatsächlich sind die Aufnahmen, die wir dazu haben, vollkommen klar. Der Feuerlöscher liegt auf dem Boden neben dem hinteren linken Reifen des Jeep. Ironie des Schicksals: mehr oder weniger liegt er dort, wovon er auch nach dem Schuß auf Carlo wieder zurückrollen wird. Woher kam der Feuerlöscher? Natürlich sind derzeit beide Möglichkeiten glaubwürdig, sowohl daß er von den Besetzern des Defender benutzt worden war, um das hintere Fenster des Jeeps zu zertrümmern, als auch, daß der Feuerlöscher sich bereits dort befand. Er könnte von einem Demonstranten hinterlassen worden sein, auch wenn, ehrlich gesagt, als die Jeeps rückwärts fahren, man nur den umgestoßenen Container sieht. Einen auf dem Boden liegenden Feuerlöscher sieht man nicht. Dies läßt vermuten, daß er erst dann erschienen ist, als die beiden Jeeps sich gegenseitig behindern. Sicher ist, und dies beweist beispielsweise dieses Foto (frame zu 00/FeuerlöscherCC), daß am Freitag, den 20. Juli, viele Feuerlöscher in der Hand hatten, sowohl die Karabinieri, als auch die Demonstranten. Dies gilt unabhängig von der Frage, ob der Jeep einen eigenen Feuerlöscher in seinem Besitz hatte oder nicht. Außerdem muß klargestellt werden - und dies ist inzwischen sicher - daß jener Feuerlöscher leer war. Nach dem ersten Wurf, bei dem er gegen die Karosserie des Jeep und vielleicht auch gegen den Stiefel einer der Soldaten knallt, besteht die Möglichkeit, daß mindestens einer der Insassen des Defender sich dessen schon bewußt war. Von dieser Aktion ausgehend läßt sich die Hypothese aufstellen, daß die Soldaten feststellen konnten, wie wenig Schaden der Wurf eines Feuerlöschers anrichtet. f) g) Die Pistole, die aus dem Defender herausragt, ist bereits ausgerichtet und geladen, lange bevor Carlo Giuliani den berühmten Feuerlöscher in die Hände nimmt. Die Bilder von Radio Sherwood sind unmißverständlich. Auf einem sieht es so aus, als ob der Polizist die Waffe lädt, auf einem anderen hält er sie fest Erst ergreift der Mann die Pistole, stützt sich auf sein Knie und richtet sie nach außen, wahrscheinlich gegen einen Jungen im grauen Sweatshirt. Als der Junge die Waffe sieht, läuft er davon und stolpert dann wahrscheinlich eben über den Feuerlöscher, der dort rollt und dann von Giuliani aufgenommen werden wird. Die Szene ist auch deutlich in einem der Filme zu erkennen. An diesem Punkt ist im Film zu hören, wie jemand, wahrscheinlich nach den Schüssen (das Video ist klar mit einer Montage manipuliert) mit kalter und ruhiger Stimme sagt:"Ich bringe euch alle um". Ein Zeuge spricht auch von den Drohungen, die aus dem Defender gebrüllt wurden: "Als das Militärfahrzeug aufprallte, war es klar, daß die Menschen sich dort versammeln würden. Aber der Karabiniere hatte seine Waffe längst gezogen und lehnte den Fuß auf das kaputte Autofenster. In der linken Hand hielt er einen Schild und mit der rechten zielte er bereits seit mindestens 2 Minuten mit der Pistole. Er schrie:"Ich bring' euch um, Kommunistenschweine!" h) j) Die Entfernung Carlos vom Defender ist weitaus größer als man allein bei dem einzigen und sehr bekannten Foto von Dylan Martinez für Reuter annehmen würde. Die aufgrund des Gebrauchs eines Teleobjektivs entstandene Deformation hat relevante Konsequenzen. Wie man auf dem von Marco D'Auria geschossenen Foto von RAINetNews erkennt, Carlo wurde getroffen, als er den Feuerlöscher aufhob, ohne dass er die Möglichkeit hatte, mehr als einen Schritt in Richtung des Defender zu machen. Er befand sich jedenfalls in einer größeren Entfernung als diejenigen, von der der Mann im hellblauen Cape aus den ersten Wurf ausführte, bei dem zudem die Karosserie getroffen wurde. Die Möglichkeit, dass Carlo von jener Entfernung aus den Feuerlöscher horizontal in das Fenster des Defender werfen konnte, scheint sehr gering und sicherlich geringer als beim ersten Wurf. Auf den Man mit dem hellblauen Cape hat aber niemand geschossen.
Es muß zudem gesagt werden, daß zuverlässige Quellen von einem Video sprechen, das im Besitz der Justiz ist und in aller Deutlichkeit den Augenblick des Wurfes zeigen soll. Aus diesem Video soll klar hervorgehen, daß Carlo nach Aufheben des Feuerlöscher ihn über seinen Kopf und dann in Wurfposition hinter sich hebt. Carlo hätte somit in dem Moment, als er ihn aufhebt versucht, den Feuerlöscher praktisch aus dem Stand zu werfen: Welchen Grund hätte er sonst gehabt, ihn hinter über die Schultern zu heben? Hätte er die Absicht gehabt, sich gegen den Defender zu werfen, hätte er den Gegenstand gerade über seinem Kopf gehalten, um das Gleichgewicht beim Laufen zu halten und hätte ihn erst dann nach hinten gebracht, wenn der richtige Moment für den Wurf gekommen wäre. Warum sollte Carlo, der sicherlich wie alle anderen bereits die gezogene Waffe aus dem Defender gesehen hatte, die Entscheidung getroffen haben, sich der Waffe entgegen zu werfen? Natürlich hätte der Feuerlöscher nicht ausgereicht, um ihn vor den Geschossen zu schützen und daher ist die Idee, daß Carlo sich gegen den Jeep schmeißt, auch rein "logisch" vollkommen den Jeep von hinten angriff.
Warum also auf einen Mann schießen, der stillsteht und von jener Entfernung aus einen unwahrscheinlichen Wurf versucht? Welche direkte Gefahr kann ein leerer Feuerlöscher, der ihm aus einer Entfernung von ca. 3 m entgegenfliegt, für einen Soldaten darstellen, der im Innern eines Jeep sitzt? l) Die nächste Frage ist natürlich folgende: Nach wieviel Zeit (die Bilder von RAINetNews als Grundlage nehmend) hat der Karabiniere auf Carlo Giuliani geschossen? Wenn man angemessene digitale Instrumente zur Verfügung hätte, könnte dieser Moment wahrscheinlich mit einiger Sicherheit festgestellt werden; aber auch ohne all dies kann man zu einem Ergebnis kommen, indem man die Bilder VHS des RAI-Videos und das Foto RaiNetNews mit etwas Schärfe kreuzt. Wie ich bereits in meinen vorangegangen Schriften unterstrichen habe, können bedeutsame Ergebnisse auch mit einfacheren Mitteln erreicht werden
Das Foto von RaiNetNews wird gedruckt.
Das Video Rai wird einleitend geguckt. Die Tatsache, daß das Foto fast vom gleichen Punkt aus aufgenommen wurde, wird uns helfen. Die beweglichen Hinweise, wie der rechte Arm des Jungen mit dem roten T-Shirt, das rechte Bein des rückwärts gewandten Mädchens mit dem kleinen Rucksack und das rechte Bein des Jungen mit der hellblauen Mütze, der einen Stein auf die außerhalb des Bildes stehenden Karabinieri wirft, sind als am besten kontrastierend zu identifizieren. Die genannten Personen sind sowohl auf dem Foto, als auch in den Videos präsent. Mit dem stand-by des Videorecorders wird versucht, die bestmögliche Einstellung dieser Kreuzung von 3 sich in Bewegung befindlichen Objekten zu finden. Was man erhält, ist der Moment, in dem wahrscheinlich das Foto aufgenommen worden ist. Wir lesen auf unserem Time Code eine gewisse Zahl, sagen wir X Sekunden und Y Hundertstel. An diesem Punkt geht es darum, den Blitz des Schusses im Filmmaterial zu finden. So wird die Zeitspanne ausfindig gemacht, die den Moment der Fotoaufnahme, die Carlo mit dem Feuerlöscher in der Hand in einer Entfernung von 3,5 m vom Defender zeigt, von dem Augenblick, als der Schuß fällt, trennt. Wenige Sekunden später ist deutlich das linke hintere seitliche Rückfenster zu sehen, das bei der Spiegelung des Feuers erleuchtet wird.
m) Nach etwa 1 Sekunde und 9 Zehnteln schießt der Karabiniere erneut. Gegen wen und warum schießt er, wenn nach der ersten Explosion alle fliehen, wie man bei genauem Betrachten des Filmmaterials und der Fotos gut erkennen kann? Sicher ist, daß die Zeitspanne zwischen dem ersten und dem zweiten Schuß, also praktisch 2 Sekunden, mir zu groß für die Annahme erscheint, daß der Soldat nur zufällig einen Schuß abgibt, als sei es ein automatischer Reflex gewesen, weil er den Kopf verloren hat und daher instinktiv den Abzug drückt, so wie Placanica bei seinem ersten Verhör angibt (link zur Aussage). Giuliani liegt bereits neben dem Rad des Jeep und seines unnützen Feuerlöscher am Boden und stellt sicher keine Gefahr mehr dar.
o) o) Unmittelbar nach der Flucht des Jeep versammeln sich Demonstranten um den Körper von Carlo und versuchen, erste Hilfe zu leisten. Einer versucht, Carlos Körper zu verrücken, indem er ihn an einem Bein wegzieht; eine Reiche von Gegenstände fallen aus seinen Hosentaschen.
Dann fällt eine Reihe Tränengaspatronen, eben jenes Tränengas, das die Ordnungskräfte wohlweislich nicht kurz vorher verschossen hatten, um die Demonstranten vom Defender zu entfernen und die Kollegen zu befreien. Die Demonstranten flüchten, aber als sie Carlo erreichen, gehen die Soldaten weiter und beschränken sich darauf, den Körper von Carlo auf dem Asphalt zu betrachten. Keiner von ihnen tut etwas, um ihm zu helfen; es interessiert sie noch nicht einmal, ob er schon tot ist oder noch lebt. Auch Haidi Giuliani spricht in einem uns gewährten Interview von Schußwunden, die nach Carlos Tod entstanden sind, Aber trotz all dieser, gibt es noch eine Menge anderer offener Fragen.
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